Heuschnupfen – Wenn die Pollen im Frühling zur Qual werden

Pollen lösen Heuschnupfen aus

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen und der langsam erwachenden Natur begrüßen wir den Frühling. Neben den beflügelnden Frühlingsgefühlen gibt es aber nicht nur positive Assoziationen mit dem Lenz. Viele Menschen leiden an Heuschnupfen und haben besonders in dieser Zeit mit einer verstopfter Nase und tränenden Augen zu kämpfen. Schätzungen zufolge leidet jeder vierte bis fünfte Erwachsene an der Pollenallergie. Auch Kinder und Jugendliche bleiben nicht verschont.

Was ist Heuschnupfen?

Der medizinische Begriff für Heuschnupfen ist allergische Rhinitis. Doch was steckt eigentlich dahinter?

Heuschnupfen, welcher auch als Pollenallergie oder allergischer Schnupfen benamt wird, ist eine allergische Reaktion auf Pollen. Diese kleinen Blütenstaubteilchen von Bäumen, Sträuchern, Kräutern und Getreide werden durch Wind übertragen und lösen eine allergische Reaktion beim Betroffenen aus.

In den Monaten Februar bis Oktober leiden Allergiker am häufigsten an den lästigen Pollen. Der Pollenflugkalender gibt einen Überblick über den vorausgesagten Pollenflug im aktuellen Jahr.

Sobald der Körper auf bestimmte Allergene, wie beispielsweise Pollen überempfindlich reagiert, schaltet sich das Immunsystem ein. Es versucht Antikörper zu bilden und bindet sich dabei an bestimmte Zellen. Diese Zellen können aber im weiteren Verlauf Entzündungsstoffe wie Histamin freisetzen. Dann kommt es zu typischen Symptomen und Beschwerden sowie zu einer allergischen Reaktion.

Ob man an allergischer Rhinitis leidet kann der Arzt mit Hilfe eines Allergietest prüfen.

Symptome

Viele Betroffene fragen sich, welche allergischen Symptome bei einer Pollenallergie auftreten und wie diese von einer Erkältung unterschieden werden können. Grundsätzlich müssen Allergiker mit vielen verschiedenen Beschwerden leben, diese unterscheiden sich jedoch auch nach Allergie Typ.

Folgende Symptome sind typisch für eine Allergie:

  • Verstopfte und/oder laufende Nase
  • tränende und/oder juckende Augen bis hin zu einer möglichen Bindehautentzündung
  • Juckreiz auf der Haut
  • ständiges Niesen
  • Husten

Oftmals treten aber auch Symptome wie Schlafstörungen, Müdigkeit, verminderte Fokussierung und Entscheidungsfähigkeit sowie Reizbarkeit auf. Auch der Magen-Darm-Trakt wird belastet und demzufolge kann es ebenso zu Magen-Darm-Beschwerden kommen.

All diese Allergie-Symptome beeinträchtigen das gesamte Immunsystem. Im schlimmsten Fall kann sich die Allergie auf die Bronchien legen und Asthma auslösen. Pollen-Allergiker haben ein erhöhtes Risiko an allergischem Asthma zu erkranken.

Was kann ich gegen Heuschnupfen tun?

Diese Frage ist wohl die meist gestellte der Betroffenen. Allergikern wird geraten, sich von allergieauslösenden Stoffen fern zu halten. Dies ist bei einer Pollenallergie jedoch gar nicht so einfach. Dennoch können einige vorbeugende Maßnahmen getroffen werden:

  • über den aktuellen Pollenflug informieren und so ggf. bestimmte Pollen meiden
  • während der Pollenflugzeit die Wohnung nur an bestimmen Zeiten lüften: in ländlichen Gebieten ist die Pollenkonzentration morgens hoch, in der Stadt hingegen am Abend am höchsten
  • durch das Tragen einer Brille/Sonnenbrille können Pollen von den Augen entfernt gehalten werden
  • Wäsche nicht im Freien trocknen
  • häufiges Wechseln der Bettwäsche
  • Haare vor dem ins Bett gehen waschen
  • Urlaubsgebiete und Freizeitaktivitäten in Hinblick auf die Pollenkonzentration mit Bedacht wählen

Pollenallergiker sollten aber auch auf ihre Ernährung achten. Bestimmte Nahrungsmittel beinhalten bestimmte Allergene (z.B. Honig, Nüsse und Äpfel) und können durch den Verzehr eine Kreuzallergie hervorrufen. Dabei kann es auch zu typischen Symptomen wie Juckreiz und Schwellungen im Mund- und Rachenraum kommen bis hin zu Kreislaufbeschwerden. Eine umfassende Ernährungsberatung kann hilfreich sein.

Medikamente 

Auch eine medikamentöse Therapie von Allergiebeschwerden ist möglich. Welche antiallergischen Medikamente am besten für den Patienten sind, ist mit dem behandelnden Arzt oder der Apotheke abzustimmen.

Der Patient hat die Möglichkeit zwischen Antihistaminika, Kortison-Behandlungen und Leukotrienrezeptorantagonisten (LTRA) sowie abschwellenden Nasentropfen und -sprays zu wählen. Bei einer Antihistaminika Behandlung wird das Hormon Histamin gehemmt, dieses ist an Entzündungsprozessen beteiligt und durch die Unterdrückung können allergische Beschwerden gemindert werden. LTRAs werden zur Behandlung von Asthma eingesetzt und können demzufolge auch für allergischen Schnupfen eingesetzt werden.

Jedoch sollten die Nebenwirkungen der verschiedenen Medikamente nicht außer Acht gelassen werden.

Wer auf nicht medikamentöse Möglichkeiten zurückgreifen möchte, kann durch den Einsatz von salzhaltigen Nasensprays Abhilfe schaffen. Aber auch eine gesunde Ernährung mit ausreichend Vitaminen kann das allgemeine Wohlbefinden verbessern.

Hyposensibilisierung 

Wer unter akuten Beschwerden leidet und langfristig unempfindlicher auf allergieauslösende Pollen reagieren möchte, kann sich einer spezifischen Immuntherapie unterziehen. Die Hyposensibilisierung ist im Grunde nichts anderes als eine Allergie-Impfung. Ärzte sprechen auch von der spezifischen Immuntherapie oder Allergie-Immuntherapie. Diese Behandlungsform lindert nicht nur die Symptome, sie bekämpft auch die Ursache der Allergie: Eine Überreaktion des Immunsystems. Bei dieser Therapie wird dem Patienten regelmäßig eine niedrige Dosis der Allergene verabreicht. Nach und nach wird der Arzt das Pollenallergen in steigender Dosierung applizieren, somit wird das Immunsystem an die Allergene gewöhnt und nach einiger Zeit stellt sich eine Verbesserung der Symptome ein. Eine Hyposensibilisierung findet in regelmäßigen Abständen und über einen längeren Zeitraum statt.

Eine derartige Immuntherapie ist jedoch auch immer mit einem gewissen Risiko versehen. Eine zu hohe Dosis kann zu einem allergischen Schock führen.

Die Kosten der Desensibilisierung übernimmt die Krankenkasse.

Heuschnupfen bei Kindern 

Leider sind auch die Jüngsten nicht vor einer Allergie geschützt. Bei Kindern tauchen häufig die selben Heuschnupfen-Symptome auf, wie bei Erwachsenen. Um Kindern die allergische Erkrankung zu gut wie möglich zu erleichtern, sollten Eltern darauf achten, dass die oben genannten vorbeugenden Maßnahmen eingehalten werden. Zudem sollten körperliche Aktivitäten bei warmen windigem Wetter an der frischen Luft vermieden werden.

Bei einem Allergie-Verdacht sollte auf jeden Fall ein Arzt kontaktiert werden um die Erkrankung zu erkennen und frühzeitig behandeln zu können.